Menschenrechte

Von 1980 bis 2000 waren in Peru aufgrund politischer Gewalt mehr als siebzig Tausend Todesopfer zu beklagen. Bei zwei Dritteln der Opfer handelte es sich um arme, quechuasprechende Andenbewohner.

Die Angehörigen der Opfer warten noch immer auf Gerechtigkeit, Entschädigung und Wiedergutmachung. Diese Vergangenheit ist noch nicht vollständig aufgearbeitet und belastet weiterhin die peruanische Gesellschaft.

Die Berichte über die Opfer begangener Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht in Vergessenheit geraten und über den Prozess zur Bewältigung dieser Vergangenheit muss berichtet werden.



Zeit des Leidens und der Gewalt

Sendero Luminoso beginnt seinen grausamen bewaffneten Kampf gegen den peruanischen Staat im Departement Ayacucho im Mai 1980, als die PeruanerInnen nach 12 Jahren unter einer Militärregierung wieder an die Wahlurnen gehen durften.Ende 1982 wird von Präsident Belaúnde für diese Region der Ausnahmezustand erklärt.
 
Im Jahre 1983 und 1984 nahm die Spirale der Gewalt enorm zu. Bei der Auseinandersetzung der beiden Gewaltformen, der Terrororganisation „Leuchtender Pfad“ und der unifomierten Staatsorgane, waren in diesem Zeitraum über 19000 Tote, vor allem unter der verarmten Landbevölkerung zu beklagen. So wurde 1985 die Coordinadora Nacional de Derechos Humanos als Dachverband der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Perus gegründet. Die CNDDHH gilt als eine der bedeutendsten nationalen Menschenrechtsvereinigungen Lateinamerikas.

Unter den fragwürdigen demokratischen Regierungen von Alan Garcia und Alberto Fujimori, unter denen die Rechtstaatlichkeit immer mehr abgebaut wurde, war es wichtig, daß die Menschenrechtsorganisationen unbeirrt ihre aufklärende Öffentlichkeitsarbeit unter schwierigsten Bedingungen fortführen konnten.
Nach dem Selbstputsch von Fujimori am 5. April 1992 hat der Geheimdienstchef Montesinos mit den Militärs dafür gesorgt, daß Korruption,  Telefonabhörungen, Erpressungen durch Videos, gezielte Ermordungen, Manipulation der Medien, Diffamierung von Personen, illegale Waffengeschäfte usw. staatliche Politik wurde. Erst die Gegenbewegung durch das peruanische Volk nach dem Wahlbetrug im Jahre 2000 mit ihren vielfältigen spontanen Protestaktionen(Marsch der vier Himmelsrichtungen unter Führung des Hoffnungsträgers Alejandro Toledo) half mit, daß diese Diktatur ein Ende hatte.

Die Coordinadora Nacional und APRODEH hat sich stark engagierte für die Auslieferung des ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) wegen der Menschenrechtsverletzungen wie Folter, das Verschwindenlassen von Personen und Morde, die während seiner Amtszeit  systematisch geplant und ausgeübt worden waren. Der Fall La Cantuta und der Fall Barrios Altos  wurden als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft. Im November 2007 ist Fujimori von Chile nach Peru ausgeliefert worden. Am Dienstag dem 7. April 2009 wurde der ehemalige Staatspräsident Perus Alberto Fujimori im eigenen Land nach einem Jahr und fünf Monaten Prozessdauer wegen Menschenrechtsverletzungen  zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Walter Schwenninger, Mitglied der Internationalen Menschenrechtskommission in Peru 1985 und Nani Mosquera-Schwenninger, langjährige Menschenrechtsverantwortlich der Informationsstelle Peru e.V. waren 2008 in Lima als Beobachter beim Prozess gegen Fujimori .




Raida Condor
Der Kampf einer peruanischen Mutter um Gerechtigkeit
Raida Cóndor.pdf
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