Wirtschaft

Nach den Kriterien der Weltbank hat Peru die Kategorie eines Entwicklungslandes hinter sich gelassen und zählt zu den sog. Schwellenländern. Dies verdankt Peru seiner stark wachsenden Wirtschaftskraft, die aus Exporten genährt wird. Darin liegt gleichzeitig  die Krisenanfälligkeit der peruanischen Wirtschaft begründet, denn ca.61% der Exporterlöse stammen alleine aus einem einzigen Sektor, dem Bergbau. Mit weitem Abstand folgen die Fischindustrie (Fischmehlproduktion) und der an Bedeutung zunehmende Agrarsektor. Abgesehen von dieser geringen Diversität der peruanischen Wirtschaft, sind die genannten Sektoren die Verursacher ständiger ernster sozialer Konflikte. Kritisch zu betrachten ist auch die Tatsache, dass die günstige  Wirtschaftsentwicklung bislang nicht nennenswert zur Verringerung der Armut im Lande beigetragen hat.

 

Das Freihandelsabkommen EU - Peru

 

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU auf der einen Seite und Peru / Kolumbien auf der anderen Seite, wurde am 13.04.2011 unterzeichnet und soll nach Beratungen in den Länderparlamenten im Laufe von 2012 in Kraft treten. Das Abkommen orientiert sich in seinen Grundzügen an US-amerikanischen Freihandelsabkommen und räumt der EU gegenüber den Vertragspartnern Peru und Kolumbien erhebliche Vorteile ein. Alleine schon deshalb war es im Vorfeld der Vertragsverhandlungen zu starker Kritik an diesem Projekt gekommen. Die Andenländer Ecuador und Bolivien, die ursprünglich dem Abkommen ebenfalls zugehören sollten, hatten sich aus Protest gegen die Vertragsbedingungen der EU bereits aus dem Vorhaben zurückgezogen. Bis heute wird dieser Freihandelsvertrag von ca. 200 nationalen und internationalen sozialen Organisationen und Bewegungen  in der vorliegenden Form abgelehnt. Der wichtigste Ablehnungsgrund für die Organisationen und Bewegungen ist das Argument, besonders unter Beachtung der Situation  in Kolumbien, dass aus rein wirtschaftlichen Gründen das Abkommen keine verbindlichen Regeln für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt festlegt. Wirtschaftlichen Aktivitäten wird nach dem Motto "Geschäft vor Menschenrecht", in jedem Falle Vorrang eingeräumt.

Freihandelsabkommen EU - Peru
In seinem Vortrag geht Carlos Herz vom RED Peru auf die möglichen Auwirkungen und Gefahren des umstrittenen Freihandelsabkommens für Peru ein.
Freihandelsabkommen EU-Perú.pdf
PDF-Dokument [139.4 KB]