Aktuelles
Villa El Salvador hat einen neuen Bürgermeister
Am Dienstag, den 27. Dezember 2011, hat das Oberste Wahlamt in Peru die Entlassung des Bürgermeisters von VES, Santiago Mozo, erklärt. Der stellvertretende Bürgermeister, Guido Iñigo, hat am 28.
Dezember, als neuer Bürgermeister sein Amt angetreten.
Es waren die Organisationen und einige Gemeinderäte, die sich stark für die Entlassung von Mozo eingesetzt haben.
Mozo wurde 2008 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe und vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt.
Die ersten zwei Jahre seiner Gefängnisstrafe durfte er in Freiheit verbringen. Als vorbestrafte Person, die ihre Strafe noch nicht abgegolten hat, hätte er auf keinen Fall für ein öffentliches Amt
kandidieren und nie Bürgermeister werden dürfen.
Der neue Bürgermeister, Guido Iñigo, von der gleichen Partei wie Mozo, der Peru Posible, ist 26 Jahre alt, und kommt aus Andahuaylas, in den peruanischen Anden.
In Villa El Salvador betreibt er zusammen mit seinem Vater mehrere Eisenwarengeschäfte „Matizados Kevin“ im Industriepark von Villa El Salvador.
Die Organisationen von VES erwarten von dem neuen Bürgermeister Transparenz und Zusammenarbeit mit den sozialen Organisationen von Villa El Salvador.
Das erwarten auch wir hier in Tübingen.

Verleihung des Preises Walter Schwenninger „Ciudadano del mundo“ (Weltbürger)
am 15. Dezember 2011
im Kommunikationszentrum in Villa El Salvador
Am 15. Dezember 2011 wurde im Kommunikationszentrum von Villa El Salvador eine besondere Zeremonie gefeiert. Es wurde ein Preis mit dem Namen von Walter Schwenninger vergeben.
Die Preisträger sind zehn Institutionen oder Organisationen, die sich in irgendeiner Weise für soziale Gerechtigkeit, für den Frieden oder für die Bewahrung der Natur in Lima Sur einsetzen.
Lima Sur mit seinen 2 Millionen Einwohnern umfasst die südlichen Distrikte der Hauptstadt. Um einige der Preisträger zu nennen:
• Im Nebendistrikt von Villa El Salvador, San Juan de Miraflores, gibt es die Organisation „El Brillante“, die für ihr soziale Engagement bekannt ist.
• In Villa María del Triunfo, wo der größte Fischmarkt in Lima ist, gibt es eine Gruppe von Einwohnern, die die „Coalición Comunitaria“ gegründet hat, um dafür zu kämpfen, dass ihre
Jugendlichen nicht drogenabhängig werden.
• In Lurín arbeitet die „Frente de defensa ecológico“. Sie schützt die Umwelt in Lima Sur.
• In Villa El Salvador arbeitet die Organisation „Los Martincitos“. Sie ist seit Jahren um die älteren Einwohner unserer Partnerstadt bemüht, die dort eine zweite Heimat
gefunden haben. Es gibt Alphabetisierungskurse für Bauern und Bäuerinnen, die aus dem Hochland kommen und nie die Schule besucht haben. Ihre Teilnehmer machen Musik, spielen Theater und manche tragen
ihre Gedichte vor. Es wird gebastelt und Kunsthandwerk verkauft. Die Menschen sind sehr arm und bekommen dreimal in der Woche eine Mahlzeit. Viele sprechen nur Quechua, die
indianische Sprache. Fast niemand bezieht Rente; somit sind sie abhängig von ihren Kindern oder der Gemeinschaft. Viele mussten in den Zeiten der Gewalt nach Lima fliehen
• Die Kongregation „Maryknoll“ wird auch ausgezeichnet. Diese Schwestern und Priester leben mit den Armen. Sie sagen, „die Armen evangelisieren uns“.
• Ausgezeichnet werden auch Jugendliche, die sich für ihr Recht auf Bildung einsetzen in der Nationalen Technischen Universität in Villa El Salvador.
Mit dem Kommunikationszentrum, das die Preisverleihung organisierte, gibt es eine lange gemeinsame Geschichte: 1982 war Walter Schwenninger das erste Mal in Villa El Salvador, um diese Stadt
und seine Einwohner, die bekannt waren wegen ihrer Selbstorganisation und Solidarität, kennen zu lernen.
Eine Ausstellung über Walter Schwenninger und sein breites und beharrliches Engagement für Gerechtigkeit und Frieden und die Freundschaft zwischen den Völkern wurde bei der
Preisverleihung gezeigt.
Mit diesem Preis wird das Engagement vieler Menschen geehrt. Sie erinnern an Walter Schwenninger. Als „ciudadano del mundo (Weltbürger) hat er über viele Jahre in Villa die Völkerfreundschaft und
den Einsatz für die Menschen, ihre Kultur und Umwelt vorgelebt.
In diesem Video wird begründet, warum der Preis Walter Schwenninger gewidmet ist. Mit dem Preis wird das Engagement von Walter für Frieden und soziale Gerechtigkeit gewürdigt. In dem
Filmbeitrag wird unter anderem über seine Erfahrung in Nigeria, wo er als Freiwilliger beim Roten Kreuz im Flüchtingslager das Essen für die Kinder organisiert hat, was sein ganzes Leben geprägt
hat, bis hin zu seinem Einsatz in Peru und in Villa El Salvador für Menschenrechte und seinen Kampf für eine gerechte Gesellschaft in Peru.
Weitere Videos sind in You Tube zu sehen.
tu-ves-peru.de
