Ökologie

Peru ist eines  der Länder mit der höchsten biologischen Vielfalt, die sich auf die unterschiedlichsten Öko-Systeme verteilen. Diese Systeme mit all ihrer Artenvielfalt

sind in hohem Maße durch menschliche Eingriffe gefährdet. Besonders zu diesem

Aspekt finden Sie auf dieser Seite Informationen. 

Peruaner beschwert sich bei einem deutschen Unternehmen
Saúl Luciano Lliuya fordert von dem Elektrizitätsunternehmen RWE, einem der größten Umweltverschmutzer in Europa, mit einem Beschwerdebrief, dass dieses eine ökonomische Antwort wegen der Schutzmaßnahmen welche die Stadt angesichts des Klimawandels und einer möglichen Flutwelle ergreifen muss, gibt.
Peruanischer Bauer gegen RWE.pdf
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Weltklimakonferenz COP20 In Lima

 

Vom 1. bis 12. Dezember 2014 findet hier in Lima die COP20 (Conference of the Parties) statt. VertreterInnen aus der ganzen Welt treffen sich hier, um Maßnahmen und Vereinbarungen für die COP 20 in Paris im nächsten Jahr vorzubereiten. Ziel ist, Ausstoß der Treibhausgas-Emissionen bis 2050 zu reduzieren, um die globale  Erwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen. Wenn das unterbleibt, werden die Folgen für die Erde und die nächsten Generationen verheerend sein. 

Aber das Problem ist, dass die Verursacher der CO2 Emissionen die Industrienationen sind, folglich muss dort muss ein wirkliches Umdenken stattfinden. 

 

“ Wir müssen auf der ganzen Welt klar machen, dass die Entwicklung die wir haben, in einer Sackgasse ist, und dass es so nicht weiter gehen kann. Und so müssen wir auch bei uns anfangen, ein anderes Wirtschaftssystem aufzubauen, wo man sparsamer, bewusster, energiekritischer, die Grenzen des Wachstums vor Auge habend, produziert. Nachhaltig wirtschaften!. Damit es für alle Menschen auf dieser Welt reicht.” 

 

Walter Schwenninger

 

 

Obwohl die USA das Land sind, welche die größte Menge an Treibhausgasen verursachen, haben die USA das Kyoto-Protokoll von 1997 nicht ratifiziert.

 

Peru ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. 

Es wird dort viel Gold, Kupfer, Erdöl und Gas gewonnen, verbunden mit Umweltschäden und negativen sozialen Folgen. Im Regenwald wird viel abgeholzt, die indigenen Völkern verlieren dadurch ihr Land.

Peru ist für Umweltschützer das 4. gefährlichste Land der Welt. 

 

 

Der Gipfel der Völker zum Klimawandel von 8. Bis 11 Dezember

 

Motto: Wir wollen das System verändern und nicht das Klima.

Es ist ein soziales und politisches Forum auf globaler Ebene, es sind tausende von Organisationen, sozialen Bewegungen und Aktivisten von allen fünf Kontinenten vertreten. Es werden acht Hauptthemen behandelt werden:

 

1. Entwicklungsmodell
2. Globales Erwärmung und Klimawandel
3. Energie und Entwicklung mit weniger Kohlestoff.
4. Landwirschaft, Nahrungssicherung und Erhährungssicherheit.
5. Nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen.
6. Finanzierung, Technologietransfer und Internationales Lernen.
7. Frauen und Lebensnachhaltigkeit.
8. Grüne Ökonomie - Arbeiten in Würde

 

Am 10. Dezember, am Menschenrechtstag, gibt es eine globale Demonstration  zur Verteidigung der Mutter Erde.

 

 

Nani Mosquera-Schwenninger

Lima, im Dezember 2014

 

 

Weltmarsch zur Verteidigung der Mutter Erde

Aufruf zum Gipfeltreffen der Völker

gegen den Klimawandel

 

Dokument der Infostelle Peru zur Klimakonferenz COP20 in Lima
grundinfo-cop.pdf
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Abfallproblematik in Peru

 

In Lateinamerika werden täglich 424.000 Tonnen feste Abfälle erzeugt. Die peruanische Umweltorganisation "Gesunde Stadt" (Ciudad Saludable) versucht dem informellen Sektor, der sich in vielen Länderen als alleiniger Bereich mit der Wiederverwertung dieser Abfälle befasst, zu sozialer, gesetzlicher und wirtschaftlicher Anerkennung zu verhelfen. Über die Situation in diesem Prozess berichtete ein Artikel in ARGENPRESS.info, den wir wegen seines schwerpunktmäßig auf die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte dieses Themas gerichteten Inhalt nicht unter Ökologie, sondern in der Rubrik Wirtschaft wiedergeben.

Hier lesen

Patricia Majluf erhält Preis der Stiftung BBVA für „Die Woche der Anchoveta“1)

 

 

Die peruanische Biologin und gegenwärtige Direktorin des Zentrums für Nachhaltigkeit der Umwelt (CSE), Patricia Majluf, setzte sich heute in Spanien dafür ein, dass man die Fänge der Anchoveta, diese hauptsächlich für die Herstellung von Fischmehl genutzte Art, auch für die menschliche Ernährung einsetzen solle. Ein von der CSA der Universität Cayetano Heredia, Lima, geleitetes Projekt zur Förderung des Konsums der Anchoveta und deren Einbeziehung in die gehobene peruanische Küche, wurde mit dem Lateinamerika-Preis der Stiftung BBVA ausgezeichnet.

 

In einem Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur EFE erklärte Patricia Majluf, die heute die Auszeichnung erhielt: „ Es ist ein Widersinn, dass wir in Peru, das unter einer schrecklichen Unterernährung von Kindern leidet, über eine so nahrhafte und in der Welt geschätzte Art wie die Anchoveta verfügt, diese nicht essen.“

 

Gegenwärtig werden 30% der weltweiten Fischfänge für die Herstellung von Tierfutter verwendet. Mit der Unterstützung von Restaurants und von Köchen hat das CSA den Verzehr der Anchoveta innerhalb der peruanischen Bevölkerung gefördert und hat erreicht, dass zwischen 2006 und 2012 der Verbrauch für die menschliche Ernährung von 10.000 Tonnen auf 190.000 Tonnen anstieg.

 

Nach Auskunft der Direktorin des CSA erhöht der Verzehr der Anchoveta, volkstümlich „Anchoa del Pacifico“ genannt, den Mehrwert und verringert deshalb den Anreiz, den Fisch zu Tierfutter zu verarbeiten. „In Zeiten einer weltweit schlechten Ernährungslage und des dringenden Bedarfs an tierischem Eiweiß für die menschliche Bevölkerung, ist es eine Absurdität, dass sieben Millionen Tonnen Anchovetas für das Füttern von Kühen, Hähnchen, Schweinen und Lachsen verwendet werden“, fügt sie hinzu.

 

Der Fang von Anchovetas auf dem Niveau eines maximalen, nachhaltigen Ertrages hat Auswirkung auf andere Meerestiere, denn sie stellen einen großen Teil der Biomasse des Ökosystems dar und sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette, erklärte die Biologin.Das Projekt der Universität, das seit 2006 schon viermal durchgeführt wurde, weckte das Interesse der Regierung, die den nachhaltigen Umgang mit der Anchoveta- Fischerei, dem Hauptzweig des Fischfangs, einführte, indem sie individuelle Fangquoten für jedes Fangschiff festsetzt.

 

„Nachdem wir seit 10 oder 15 Jahren das Verschwinden von Arten gesehen haben, kehren diese seit Beginn 2006 zurück, wie beispielsweise Seelöwen, Seevögel, Pinguine, die sehr von dem Phänomen des „El Niño“ beeinträchtigt waren und denen endlich die Erholung ihrer Bestände gelang“, unterstreicht Majluf. Nach ihrer Meinung sind andere, kommerziell verwertbare Arten der handwerklichen Fischerei, wie der Adlerfisch oder die Seezunge, in größerem Ausmaß verfügbar, weil diese größerer Nahrungsquellen haben.

 

Einer der Eckpfeiler ihrer Vorschläge zielt auf die Verringerung der Fänge und einen starken Wandel der einschlägigen Gesetzgebung ab, ohne dass die Wirtschaft des Fischereisektors darunter leidet. Und sie zieht den Schluss: „Man muss mit dem Staat und der peruanischen Fischereiverwaltung zusammenarbeiten, um die Gesetzgebung zu ändern und damit sich die Industrie hin zur Nahrungsmittelproduktion für die Menschheit verändert.

 

1) Anchoveta = Peruanische Sardelle (Engraulis ringens)

 

 

Übersetzung: Herbert Löhr, 28.09.2012

                     Peru- AK im Aktionszentrum

                     Arme Welt e.V., Tübingen

 



Wie kommt der Fisch in die Wurst?


 

Fischmehlproduktion und Umweltverschmutzung


Die Informationsstelle Peru e.V. in Freiburg hat mit dem Peru- AK seit 1997  dieses Thema bearbeitet. Wir haben zusammen mit der peruanischen NRO Cooperacción eine Kampagne initiiert, um die Umweltzerstörung durch die Fischmehlproduktion  aufzuzeigen, nach alternativen Produktionweisen zu suchen, die Frage nach Ernährungssicherheit und das Thema Nachhaltigkeit in einem Nord-Süd-Dialog zu diskutieren und die intensive Massentierhaltung hier in Deutschland zu problematisieren.

 

„Dabei geht es um die umweltzerstörerische Herstellung dieses Rohstoffes Fisch und die Art und Weise der Massentierhaltung in Deutschland, bei der das peruanische Exportprodukt Nr. 2 eine wichtige Rolle spielt. Da die Bundesrepublik nach China Hauptabnehmer des peruanischen Fischmehls in der Welt ist, möchten wir durch diese Kampagne erreichen, dass mehr Menschen darüber informiert werden, dass unsere Schweine und Hühner ohne dieses billige Protein gar nicht so schnell wachsen und als veredeltes Nahrungsmittel auf den Tisch kommen könnten. Wir wollen, dass möglichst viele Menschen erkennen, dass wir hier im Norden in der Verantwortung gegenüber den Menschen im Süden stehen und dass auf verschiedenen Ebenen gehandelt werden muss, um eine andere umweltverträglichere Produktion mit den PartnerInnen hier und dort zu finden im Sinne einer nachhaltigen Fischwirtschaft. Natürlich weist das Thema auch auf eine Reflexion über unseren Ernährungsstil und unsere Form der nicht artgerechten Tierhaltung hin. Dazu kommt die Überlegung, ob Fischmehl überhaupt 12000 km weit unter umweltschädigenden Bedingungen transportiert werden muss, damit es an Tiere verfüttert wird. Ein wichtiges Thema bei dieser Kampagne ist die Forderung nach mehr Fisch für den menschlichen Verzehr der armen Bevölkerung in Peru. Pro Jahr werden 1,7 Mio. Tonnen Fischmehl (aus ca. 9 Mio. Tonnen Rohfisch) hergestellt, d.h. das Verhältnis von Frischfisch zu Fischmehl ist 5:1.


Auch der soziale Aspekt der ungerechten Terms of Trade im Hinblick auf den wertvollen Rohstoff Fisch sollte beachtet werden, wenn man sieht, dass ein Kilo Fischmehl, (das von 5 Kilo Fisch hergestellt wird), nur etwa 1 DM (0,50 Cent) kostet.

Vor allem auch die Arbeitsbedingungen der Menschen in den dortigen Fischmehlfabriken sowie die Schicksale der Menschen in den Küstenstädten, die unter den fatalen Auswirkungen der Profitraten der Fabrikbesitzer leiden, sollten uns zum Nachdenken bringen."

                                       

Walter Schwenninger

 

 

Flossen weg vom Fisch!


Industriefischerei und Überfischung

 

Am Mittwoch dem 2.5.07 referierte der peruanische Wirtschaftswissenschaftler von der NRO Cooperacción, Juan Carlos Sueiro, bei seinem 3. Besuch in Tübingen im Club Voltaire über die Fischmehlproduktion und ihre negativen Auswirkungen. Peru ist wegen des einzigartigen Reichtums an Anchovis der wichtigste Fischmehlproduzent auf der Welt.


Deutschland war jahrelang Hauptabnehmer des peruanischen Fischmehls. Jetzt kauft China 50% dieses Ernährungsrohstoffs und Europa nur noch 25%. Davon Deutschland 50%.Mit der Zunahme der weltweiten Aquakultur für Lachse, Forellen und Krabben usw.,hat sich der Preis in den letzten 10 Jahren verdreifacht:1300 US-$ pro Tonne. Früher verwendete man es vorwiegend als Futtermittel für Schweine und Hühner.


In 24 Küstenstädten werden in ca.120 Fabriken von 40 Firmen unter umweltschädigenden Bedingungen (Luftverschmutzung, Meerwasserverseuchung, Landschaftsverschandlung usw) ca. 8 Millionen Tonnen Anchovis plus Beifang pro Jahr produziert. Das sind 10% des globalen Fischfangs. Die 38000 Kleinfischer haben davon nichts, da etwa 1400 Industrieschiffe (Bolicheras) bis nahe an die Küste fischen und Überfischung auch in Peru ein Thema geworden ist. Deswegen ist die Fischfangzeit kürzer geworden, etwa 60 Tage pro Jahr.


Dieser intensive Fischfang und die 24-stündige Produktion der 1,7 Millionen Tonnen Fischmehl in den Fabriken mit hohem Energieaufwand, verursachen die o.a. gravierende Umweltverschmutzung und eine soziale Ungerechtigkeit.Nur wenige Unternehmer haben umweltschonende Technologien eingeführt.


Verschiedene peruanische Organisationen, darunter auch städtische Agenda 21 Initiativen, fordern für eine nachhaltige Fischwirtschaft neben dem sofortigen Stopp der Umweltschäden die Beendigung des Beifangs, eine Fangquotenreduzierung und eine Verkleinerung der Industriefischereiflotte, sowie die Nutzung der Anchovis für die Menschen in Peru.

 

Für den Peru-AK im AAW e.V:

Nani und Walter Schwenninger

 


 

Das nachstehende Dokument unserer Kampagne (Informationsstelle Peru e.V. Freiburg, und der Peru-AK im AAW e.V, Tübingen), gibt in konzentrierter Form Fakten und Daten über die Fischmehlproduktion aus den Anchovis-Beständen der peruanischen Pazifikküste wieder.

"Wasser - bedrohte Ressource in Peru", ein Vortrag von Laureano del Castillo, Geschäftsführer des Peruanischen Zentrums für soziale Studien (CEPES), im Rahmen der 15.Tübinger Peru-Tage 2013.

Wirtschaftliche Aktivitäten, steigender Verbrauch durch eine wachsende Bevölkerung, Klimawandel und schlechte Politik, treiben Peru in eine Versorgungskrise mit dem lebenswichtigen Gut Wasser.
Wassermangel,Ernährung und Landwirtschaf[...]
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Die Wälder in Peru

 

Diese Power-Point Repräsentation gibt einen Überblick über die Bedeutung und die

Bedrohung der peruanischen Urwälder. Der Autor dieser Arbeit, Carlos Herz Saenz

vom RED Peru macht deutlich, in welcher Gefahr sich die peruanischen Urwälder

befinden und dass mit ihnen ein unersetzliches, für die gesamte Menschheit wichtiges Naturerbe verloren gehen kann.

Die Wälder in Peru.pdf
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Walter Schwenninger gab anläßlich des EU-Lateinamerika-Gipfels 2008, auf dem das Wasserkraftwerk und Bewäserungs Projekt Platanal mit deutsche Investoren der Verbio AG beschlossen worden war, folgende Presseerklärung heraus. Es werden 27.000 Hectar bewäsert nicht für Nahrungsmittel sondern für die Produktion für Etanol. Wo bleiben die Kleinbauern und die Ernährungssicherheit für die Menschen in Peru?

EU-LA Gipfel 2008.pdf
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