Partnerschaft zwischen Menschen mit Behinderung

 

AG Städtepartnerschaften in den Räumen  der Lebenshilfe

von Menschen mit Behinderung Tübingen

 

Zur Arbeitsgemeinschaft gehören Frauen und Männer mit und ohne Behinderung aus der Stadt und dem Landkreis Tübingen. Das gemeinsame Interesse dieser Gruppe besteht darin herauszufinden, wie Frauen und Männer mit Behinderung in den Partnerstädten von Tübingen leben, wohnen und arbeiten. Welche Wünsche und Interessen haben sie ? Erhalten sie ausreichend individuelle Assistenz, um ihre Ziele verfolgen zu können? Welche Interessen- und Selbsthilfegruppen gibt es in Tübingens Partnerstädten ? Wie weit sind gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion gediehen, deren Umsetzung die UN-Behindertenrechtskonvention fordert ?

Zur Beantwortung dieser Fragen hat die ehrenamtlich arbeitende Gruppe bislang Kontakte aufgebaut zu Gruppen in den Partnerstädten: Durham, Aix-en-Provence (Peypin), Pedrosawodsk, Perugia und Villa-El-Savador. Individuell assistierte Brieffreundschaften sind entstanden. Mit manchen Gruppen gibt es wechselseitige Besuche. Bei einem Besuch im Europa-Parlament in Straßburg informierte sich die Gruppe über den Stand der Durchsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderung in Europa und brachte ihre Interessen ein. Beispielsweise würden Frauen und Männer mit Behinderung aus der Gruppe auch gerne einmal einige Monate lang in Partnerschaftsstädten / -gruppen leben und arbeiten. Dazu benötigen sie individuelle Assistenz, für welche es noch keine unterstützenden Programme gibt. Gerne würde die Gruppe auch das Europa-Parlament in Brüssel aufsuchen und kennenlernen.

Seit etwa zwei Jahren gibt es Kontakte nach Villa-El-Salvador. Über das Kulturamt der Stadt Tübingen wurden gemeinsame Videokonferenzen im Rathaus organisiert. So lernte unsere Gruppe Leute des städtischen Büros OMAPED und Leute mit Behinderung aus Gruppen kennen, welche an Verkaufsständen in Villa-El-Salvador Süßigkeiten verkaufen oder in Arbeitsprojekten von EL TRINO Produkte zum Verkauf herstellen. Es entstanden aber auch in Tübingen selbst von unserer Gruppe sehr wertgeschätzte Kontakte zu Personen aus Tübinger Initiativen, welche sich in Villa-El-Salvador engagieren. Bei einer der Videokonferenzen entwickelte ein Mann mit Behinderung aus unserer Gruppe die Idee, hier den Verkauf von Produkten der Gruppe EL TRINO zu unterstützen. Ein Jahr lang engagierten sich Leute mit Behinderung aus unserer Gruppe im Verkauf und sammelten Geld zur Unterstützung der Arbeit von EL TRINO. Das für sie neue – und wegen fehlender unterstützter Mobilität manchmal schwierige - Lernfeld wurde ehrenamtlich assistiert. Die Initiative des Tübinger Uhland-Gymnasiums engagierte sich in der notwendigen Multiplikatoren-Rolle. Sie übernahm die persönlichen und aufsuchenden Kontakte zu EL TRINO.

Seit dem Jahre 2003 trifft sich die Arbeitsgemeinschaft Städtepartnerschaften ein Mal im Monat, Samstags, in den Räumen der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Tübingen.